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Sehschule: Wenn die Brille krank macht

Wenn die Brille krank macht

Es gibt solche und solche – gemeint sind Brillen. Denn Brillen können nicht nur bei der Behandlung von Sehschwächen helfen, sondern auch krank machen.

So versorgen einige Optiker ihre Patienten wegen einer angeblichen „Winkelfehlsichtigkeit“ - ein Begriff, den es in der wissenschaftlich fundierten medizinischen Optik nicht gibt - mit teuren und meist unnötigen Prismenbrillen. Doch diese sind nicht primär zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit gedacht, sondern sollen eventuelle Stellungsfehler der Augen ausgleichen. Denn prismatische Brillengläser sind nicht zur „Heilung“, zum Beispiel einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie), geeignet, sondern stellen ein hochwirksames Mittel zur Behandlung eines Schielens dar. Dazu müssen sie jedoch vom fachkundigen Augenarzt angepasst werden.

Falsch angewendet können sie schädlichen Einfluss haben. Denn sie greifen, teils mit ganz erheblichen unerwünschten Nebenwirkungen, in das Augenmuskelgleichgewicht ein und haben nicht wie Plus- oder Minusgläser eine korrigierende Wirkung. Es ist bekannt, dass nach Versorgung mit derartigen Brillen durch Optiker ohne vorherige augenärztliche Untersuchung bis zu 30 Prozent der so „Behandelten“ sich einer unter Umständen ansonsten nicht notwendigen Operation unterziehen mussten.

Augenärzte warnen daher ausdrücklich davor, ohne vorherige augenärztliche Untersuchung Prismenbrillen vom Optiker anpassen zu lassen.

Downloads: 
Winkelfehlsichtigkeit – eine Begriffsverwirrung 
Patientenbroschüre Legasthenie

Weitere Informationen unter: 
Arbeitskreis Orthoptistinnen Bonn Rhein-Sieg

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