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Kontaktlinsen: Hände weg von Billiglinsen

Kontaktlinsen – Hände weg von „Billiglinsen“

Vorsicht bei Kontaktlinsen aus dem Selbstbedienungsmarkt! 

Augenärzte warnen vor schweren Augenschäden durch Billiglinsen.

Kontaktlinsen sind längst eine beliebte Alternative zum Brillengestell geworden. Doch die Vermarktung dieser Sehhilfe als Lifestyleartikel geht zunehmend auf Kosten der Gesundheit. Kontaktlinsen, die nicht fachmännisch angepasst werden, können die Hornhaut dauerhaft beschädigen. Dabei gibt es neuerdings sogar die Möglichkeit, Kontaktlinsen im Drogeriemarkt oder Supermarkt zu kaufen, obwohl die Eignung für Kontaktlinsen und die richtige Passform, Stärke und Material nur durch einen geschulten Augenarzt festgelegt werden können. „Immer öfter kommen Kontaktlinsenträger zu uns, die an Allergien, Hornhautschädigungen oder sogar Hornhautgeschwüren leiden“, erklärt Dr. Gerald Böhme, Leiter des Arbeitskreises Kontaktlinsen im Berufsverband der Augenärzte. „Kontaktlinsen, deren Einsatz nicht von einem Augenarzt geprüft wurde, können langfristig die Sehkraft bedrohen.“

Viele Patienten suchen erst sehr spät einen Augenarzt auf, wenn sie bereits unter starken Beschwerden leiden. Denn weiche Kontaktlinsen, die im Selbstbedienungsmarkt zu bekommen sind, können das Frühwarnsystem der Augen außer Kraft setzen. Durch sie wird die Schmerzempfindlichkeit soweit vermindert, dass winzige Verletzungen und Entzündungen häufig erst zu spät bemerkt werden. Allergische Reaktionen oder irreparable Hornhautschäden können die Folge sein. Auch bei weichen Kontaktlinsen, die angepasst wurden, empfiehlt sich daher eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt. Bei billigen „Fremdlinsen“, die nicht angepasst werden, liegen wichtige Daten zur Stärke und Passform nicht vor.

Was ist bei Kontaktlinsen zu beachten?

Wer von der Brille als Sehhilfe zu Kontaktlinsen wechseln möchte, wird im Selbstbedienungsmarkt nicht die geeigneten Produkte finden. Man kann die Brillenstärke nicht einfach auf die Werte der Kontaktlinsen übertragen, da diese in viel geringerem Abstand zum Brennpunkt des Auges stehen. Auch die Wölbung der Hornhaut und die Materialverträglichkeit müssen vor der ersten Anwendung unbedingt überprüft werden. Selbst für erfahrene Kontaktlinsenträger, die all diese Abmessungen genau kennen, kann der unkritische Griff ins Supermarktregal gefährlich sein.

Billige Kontaktlinsen sind eine tickende Zeitbombe auf der Hornhaut, denn sie haben oft eine falsche Passform und lassen zu wenig Sauerstoff durch. Im Auge sitzen sie dann entweder zu locker, zu fest, oder saugen sich sogar an der Hornhaut fest. Wenn die Sauerstoffversorgung der Augen durch schlecht sitzende Kontaktlinsen unterbunden wird, quillt die Hornhaut auf und wird anfällig für Mikroorganismen. Beim Herausnehmen der festsitzenden Kontaktlinsen können kleine Verletzungen entstehen. Wer bei Kontaktlinsen sparen will, spart leider oft auf Kosten seiner Gesundheit. Denn billige Linsen werden aus minderwertigem Material hergestellt und schaden dem Auge.

Geprüfte Qualität vom Augenarzt

Aus den genannten Gründen ist es in Deutschland für Vertreiber von Kontaktlinsen im Internet verboten, mit Linsen zur Erstversorgung zu werben. Es muss gewährleistet sein, dass zuerst ein Augenarzt die Augen untersucht, bevor der Patient irgendwelche Kontaktlinsen bestellt. „Auch auf den Beipackzetteln von Drogerielinsen wird ein Arztbesuch empfohlen“, weiß Dr. Wolfgang Werner, Kontaktlinsenexperte aus Stuttgart und stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Kontaktlinsen des BVA. „Dennoch sind sich viele Patienten nicht der Gefahr bewusst, die nicht angepasste Kontaktlinsen für die Gesundheit ihrer Augen bedeuten. Kontaktlinsen sollten immer nur unter regelmäßiger augenärztlicher Kontrolle getragen werden.“

Die Linsen müssen nicht nur an die individuellen organischen Voraussetzungen der Augen angepasst werden, auch die richtige Verwendung ist wichtig. Wird die Sehhilfe z.B. für Bildschirmarbeit im Büro oder für eine bestimmte Sportart benötigt? Der Facharzt findet die geeignete Lösung nach eingehender Untersuchung und Beratung.

Herausgeber: 
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA), Tersteegenstraße 12, 440474 Düsseldorf, www.augeninfo.de

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